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DIE  JOHANNESOFFENBARUNG

  agnus dei        -   deutsch:   das lamm gottes

  das lamm gottes     -  lateinisch:  agnus dei

 
 
 
 
 

die erklärung der apokalyptischen zentralfigur aus erster hand

von agnus d.  /  anno  domini  2003

 

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Offb 5,6 /  5,9 /  5,12 /  13,8

 

 

Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones sowie der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, so wie hingeschlachtet; es hatte sieben Hörner und auch sieben Augen, welches sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Und sie sangen sodann ein neues Lied: Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen; denn du bist geschlachtet worden, und du hast für Gott mit deinem Blut Menschen erkauft. Diese sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, welches geschlachtet ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung! Und alle Bewohner der Erde werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes, das geschlachtet ist, von Grundlegung der Welt an.

 
 

 
   
 

 

Die zentrale und mysteriöseste Symbolgestalt der Apokalypse stellt das Lamm dar, das wie geschlachtet dasteht. Das Wie besagt sehr klar, dass hier nicht etwa eine leibliche Schlachtung zum Tod vorliegt, da ansonsten das Lamm schlachtungsgemäß in seinem Blute liegen würde. Wenn es also kein Leib ist, der geschlachtet wurde, bleiben nur noch Geist und Bewusstsein bzw. personale Identität übrig. Und insoweit eben nur ein Mensch Geist und Bewusstsein zu personaler Identität besitzt, ist hier das geschlachtete Lamm eine Art Sinnbild für die Situation eines ganz bestimmten Menschen. Das führt uns nun zu der wichtigen Frage nach dem Warum des Personalitäts- oder Identitätsverlustes. Sie wird sogleich im nächsten Satz mit den sieben Hörnern und sieben Augen beantwortet, indem angemerkt wird, dass das die sieben Geister Gottes sind, ausgesandt über die ganze Erde. Wenn aber das Lamm als Mensch über die sieben Geister Gottes verfügt, dann wird damit zugleich auch gesagt, dass Gott ein ganz bestimmter Mensch ist. Oder auch, dass sein aussendbarer Geist ihn zu Gott kennzeichnet. Dabei stehen die sieben Augen als Sinnbild für die nicht nur optische Erfassung von allem im All, indem mit den sieben Hörnern auch ein willentliches und unwiderstehliches All-Durchsetzungsvermögen verbunden ist.

Im Klartext bewirkt demzufolge die All-Ausdehnung der sonst allein auf ihren Körper beschränkten Person ihren Bewusstseins- und Identitätsverlust. Doch was für eine Personalität muss es denn im Unterschied zu der aller anderen Menschen sein, die sich auf das komplette All übertragen lässt? Man ahnt es schon, es ist die einzigartige des durch seine Grundlegung der Welt zum Herrn des Alls Gewordenen. Ganz bedeutsam ist hierbei die Ausgesandtheit des Geistes, womit eine willentliche und freiwillige Selbstopferung angezeigt wird, die sich direkt an die Weltgrundlegung anschließt. Denn seinen Geist aussenden kann man ja nur höchstpersönlich, sofern man darüber auch die willentliche Verfügungsgewalt besitzt. Und indem es hier um die anfängliche Weltgrundlegung geht, ist klar, dass es sich bei dieser Ausgesandtheit über die ganze Erde um eine All-Ausgesandtheit handelt. Denn für den Horizont der Menschen der Antike war ja bekanntlich die Erde ihr Kosmos, Universum oder All.

Gemäß der sieben Geister Gottes in Verbindung mit der Weltgrundlegung, handelt es sich bei diesem Lamm um Gottvater persönlich, als das Selbst des Alls. Die ganze Symbolik steht also für eine außerordentliche Situation des Vaters. Zugleich wird uns über diese Bildlichkeit mitgeteilt, dass jener weltgrundlegungsgemäß uranfängliche  Mensch - also Adam! - über die Allausgedehntheit seines Geistes zur Allherrschaft gelangt, und ihm wegen der damit erwirkten Rettung des Universums Würde zukommt, nebst der Fähigkeit zur Siegelbrechung bzw. zur Lösung des Allmysteriums. Wie aber dieser Adam zu einer derartigen Geistesmacht kam, wird in den vorausgegangenen Offenbarungsversen mit den Überwindungsverheißungen Offb 2,7 / 2,11 / 2,17 / 2,26 / 3,5 / 3,12 / 3,21/ 21,7 behandelt. Adam hatte demnach gegen Ende der Zeit die Welt überwunden, sodass er dann als Berechtigter und Befähigter im Schnittpunkt von Anfang und Ende von Zeit und Welt stehend, die Welt als deren Selbst in einem Zeitlauf von Anfang bis Ende gründen und begründen konnte.

Nach allgemeinem Verständnis ist Gott der Herr jener Lebendige, welcher dies selbstverständlich nur im Vollbesitz seiner personalen Identität sein kann. Wer aber seinen Geist über das Universum aussendet oder ausbreitet, und sich so raumzeit- bzw. evolutionsgemäß auf den Weltlauf von Anfang bis Ende der Zeit verteilen lässt, verliert sich dabei zunächst an den Kosmos. Das kostet ihn zwar weder Leib noch Leben - denn das Universum lebt ja in seinem Zeitlauf beständig - aber eben seine zuvor auf seinen menschlichen Leib beschränkt gewesene Identität als das Selbst des Alls. Denn das, was man von sich weggebend aussendet, hat man ja dann bekanntlich nicht mehr zur Verfügung. Nur von daher kommt das Sinnbild des wie geschlachtet dastehenden Lammes, das trotz seiner tödlichen Verwundung noch in der Mitte des Thrones verharrend am Leben ist. Erhält aber Adam notwendigerweise an seinem zeitlichen Ende sein über Zeit und All ausgesandt gewesenen Geist als sein Eigentum wieder zurück, so enthält nunmehr sein Geist ein zur personalen Identität Adams bzw. zur Person Gottes gewandeltes All als die neue Schöpfung.

Die Thronmitte verdeutlicht wiederum, dass wer die Weltgrundlegung vollzieht, sich verewigt in der erhabenen Mitte allen Daseins befindet. Daran vermag auch die dierkt sich an die Weltgrundlegung bzw. Urscheidung anschließende Selbstopferung des in die Raumzeit ausgesandten Geistes absolut nichts zu ändern. Zugleich ist auch mit solch einer Allverteiltheit die neue Schöpfung zur Machtergreifung des Herrn vorprogrammiert. Denn die All-Ausdehnung seines Geistes bedeutet ja eine tatsächliche Einverleibung des kompletten Alls in die Person Adams. Sie wird allerdings erst mit dessen Zeitende installiert werden, da Adams auf die komplette Zeit verteilter Geist  für seine eigentumsgemäße Rückkehr zu Adam dessen eigener Zeitvollzogenheit bedarf. In genau diesem Zusammenhang steht nun das Bild der Erkaufung von Menschen aus allen Stämmen und Zungen und Völkern und Nationen für Gott als zeitlicher bis zum Ende anhaltender Sammlungsprozess durch den Geist Adams bis zum zeitlichen Ende Adams. Dabei ist das Blut von jeher das Symbol für die Lebenskraft, die hier beim Herrn für seinen geistaussendungsweisen Selbst-Verlust plus sämtlicher Attribute steht.

Der Empfang von Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung ist dann das mit Zeitende eintretende Installationsergebnis der neuen Schöpfung, mit welcher dem All bzw. der Welt das Überleben in Gott durch Einverleibung in Adam ermöglicht und gesichert wurde (= Erkaufung aller durch das Schlachtblut). Indem mit dem Zeitaustritt des Lamms bzw. dem biologischen Ende Adams diese in ihm so geschaffene neue Welt Gottes in Kraft tritt, wird der alten Welt ihre bisherige Existenzgrundlage entzogen, so dass sie gemäß ihres zwischen Zeitanfang und Zeitende begrenzten Seins auf ewig zum Nichtsein verschwunden sein wird. Möglich ist das alles nur, weil eben der ungegenständliche Geist aus sich selbst heraus die gegenständliche Materie hervorbringt sowie beherrscht, bzw. Struktur und Materie grundsätzlich Ausflüsse des strukturlos lichten Geistes sind.

 
 
   
 

 

Bisher dachte man immer, dass es sich bei dem apokalyptischen Lamm um Jesus Christus handeln müsse, wobei man jedoch übersehen hatte, dass es außer dem Sohn ja zudem noch den Vater gibt. So ist uns von Jesus Christus zwar die Opferung seines Leibes aber nicht die Wegnahme seiner personalen Identität bekannt. Außerdem spricht Jesus von der Sendung des Heiligen Geistes vom Vater her, welche nach seiner Fahrt in den Himmel stattfinden solle, so dass also folgerichtig die Allausgedehntheit des Heiligen Geistes die Person des Vaters und nicht etwa die des Sohnes betrifft. Im Hinblick auf die Ausgebreitetheit der Identität des Vaters über das All, erkennt und anerkennt Jesus den Vater gemäß Joh 14,28 als den Größeren von ihnen beiden. Mithin ist nach Joh 14,26 sowie auch Joh 15,26 der Vater der All-Geschlachtete, welchem Jesus laut Joh 5,19 im Rahmen der Einheit von Sohn und Vater mit seinem Selbstopfer des Kreuzestodes nachfolgt. Das neue Lied steht für den durch den Selbst-Empfang bereits in den All-Leib des Herrn eingefügt seienden Teil der Schöpfung, während der Rest noch die Anbetung vor sich hat, durch welche das Selbst empfangen werden kann. Die Anbetung ist der Schlüssel mit dem sich der Herr dem Anbetenden zu dessen neuem Selbst hingeben kann. Dieser Selbst-Empfang versteht sich als Einfügung in den All-Leib des Herrn, welche wiederum die Offenbarungsverse quasi als eine Art Einschreibung in das Lebensbuch des Lammes verbildlichen.

Ohne die universale Allausgedehntheit des Lammes könnte das All keine Teilhabe an der Person Gottes haben. Erst die Allausgedehntheit des Herrn eröffnet jeglichem im Universum Daseienden von Anfang bis Ende der Schöpfung  die Teilnahme an Person und Leben des Herrn als die verheißene neue Schöpfung. Damit kommt man zu der Frage, was konkret die zur Geschlachtetheit bestehende Allausgedehntheit ausgelöst oder bewirkt haben mag. Wenn man nun also davon ausgeht, dass die Weltgrundlegung nur vor Schöpfungs- bzw. Zeitbeginn und nach dem Zeitende und somit in einer Art paradiesischer Überzeitlichkeit möglich sein kann, dann hält man damit schon den Schlüssel zur Antwort in der Hand. Das Weltall entsteht als raumgreifender Zeitlauf, sodass eine All-Ausdehnung eine Ausdehnung auf den vollständigen Weltraumwandel bzw. die Evolution bedeutet. Nun muss man sich nur noch vorstellen, was es denn heißt, wenn eine in Raum und Zeit befindlich punktuelle Person auf den kompletten Raum und die komplette Zeit gelegt wird, bzw. wenn sie auf das raumzeitlich Ganze verteilt ist. Dann ist man zwar überall, aber zugleich auch nirgendwo, weil es für das Universum als Ganzes keinen außen liegenden Bezugspunkt geben kann, worin sich die allverteilte Person zu ihrer handlungsfähigen Selbstwahrnehmung spiegeln könnte. Das ist dann bedingt - von der Innenspiegelung einmal abgesehen - mit einem Tiefschläfer vergleichbar, welcher von sich selbst auch keine Wahrnehmung mehr besitzt, und so einem Komatösen, bzw. tief Bewusstlosen gleicht, der in seiner durch scheinbaren Selbstverlust bewirkten Bewusst- und Machtlosigkeit nur noch an einen Toten denken lässt.

Weil für die handlungsbefähigende Selbstwahrnehmung als Bewusstsein die Spiegelung, oder anders gesagt der Außenreiz zum Naturgesetz gebraucht wird, ist für das lebendige Bewusstsein des Universums von sich selbst als einer universalen Einheit, zunächst die All-Ausdehnung der in Raum und Zeit das Universum spiegelnden Person notwendige Voraussetzung. Ist dies geleistet, kommt es darauf an, dass die allausgedehnt und so ihres Selbst entblößte Person in einem gegenläufigen Sammlungs- bzw. Konzentrationsprozess erneut zum Schluss das All auf sich vereinigt. Möglich geworden ist dies ja durch die personale Allausgedehntheit, wodurch alles in Raum und Zeit vom Geschlachteten umfasst und erfasst und solcherart in seine Person eingebunden wurde. Hat sich dieser Selbstkonzentrationsprozess mit Zeitende Adams vollendet, erhält so das All die für seine Selbstwahrnehmung erforderliche Außenspiegelung von eben der in seiner Mitte sich zum Herrn allen Seins vollendet habenden All-Person als dem zentralen  Thron der vier lebendigen Wesen und Ältesten (= Allspiegel) gemäß Tho 077. Der Eintritt der wechselseitigen Allspiegelung von Gott und Universum markiert die Zeiterfülltheit als Umschaltung von der damit zum Nichtsein vergangenen Zeitwelt auf die so zum Dasein gekommene Ewigkeitswelt gemäß Offb 19,6 / 21,1.

Bleibt zum Schluss nur noch auf: Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen, einzugehen. Dabei geht es natürlich nicht nur um die Würde allein, sondern insbesondere um die Fähigkeit solches zu vollbringen. Mit dem Buch und seinen Siegeln wird auf das Geheimnis des Daseins, also jenes von Gott und Universum (= Allmysterium) abgehoben. Indem die Bibel an vielen Stellen vom Geheimnis Gottes und Christi spricht, ist klar, dass es erstens ein solches Geheimnis gibt, das damit zweitens noch zu lüften ist. Doch wer in der Welt sollte solches zu leisten in der Lage sein? Womit man wieder beim Geschlachteten angekommen ist. Da es sich bei ihm um einen Menschen handelt, der ja dieser Welt entstammen muss, kann nur sein Lebenslauf mit einschneidenden Begebnissen kosmischen Ausmaßes die erforderliche Voraussetzung zur Lösung des Welt- und Gottesgeheimnisses bieten. Jesus kommt dafür nicht in Frage, weil es sonst z.B. keiner diesbezüglichen Johannesoffenbarung bedurft hätte. Bleibt demzufolge nur noch der Vater übrig, von dem Jesus gemäß Mk 13,32 sagt, dass nur er allein über das Ende von Welt und Zeit Bescheid weiß. Indem dies offenbar auch ein Teil des versiegelten Welt- und Gottesgeheimnisses sein muss, gibt Jesus den Vater als einen bestimmten sowohl kausal als auch final in Zeit und Welt weilenden endzeitlichen Menschen bekannt, als dessen Sohn und Mittler er sich ja versteht.

Mancher wird sich auch noch fragen, was es mit "von Grundlegung der Welt an" auf sich hat. Wo ist die Welt grundgelegt worden? Oder was ist denn überhaupt eine Weltgrundlegung? Ist das Universum gemäß der Genesis nicht in sieben Tagen geschaffen worden? Und wo war da ein Lamm? Doch weiß heute jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch, dass es sich bei der Schöpfungsgeschichte um ein Sinnbild handelt, das nur sehr bedingt auf die Wirklichkeit übertragen werden kann. Ausführlichkeiten dazu würden den hier gesetzten Rahmen sprengen. Deshalb nur ganz kurz und nur soviel: Die Schöpfung ist ein absoluter Akt des Herrn, und notwendigerweise in sich selbst rückgekoppelt und damit nullpunktuell. Dabei geht es um die Scheidung von Nichts und Sein, sowie der Trennung von Anfang und Ende der Scheidung zu eben dem identischen zeitlichen Lauf von Anfang bis Ende. Er besteht demnach zur Rückkoppelung der Schöpfungswelt, und ergibt eine vereinheitlichende überzeitlich nullpunktuelle Selbstschnittstelle als der sogenannte Garten Eden, in der all das hierbei Vereinheitlichte zu dessen jeweiligem Selbstsein wieder tatkräftig voneinander zu scheiden ist.

Dieser All-Trennungsakt oder auch Jüngstes Gericht versteht sich als die schöpferische Grundlegung der Welt, und ist zum besseren Verständnis als Urscheidung zu bezeichnen. Wer nun in Überzeitlichkeit die zeitnehmende Urscheidung bzw. das Schöpfungsgericht von Anfang bis Ende vollzieht, der ist als der Anfang und das Ende von solchem, der ein solch zeitliches All in Person verkörpernde Herr und Gott. Wenn dieser in seinem zeit-entstammenden Menschsein darum aus der zentralen Überzeitlichkeit wieder zurück in die Zeit eintreten muss, fällt er als das Universum in Person, unter seine ihn hervorgebracht habende eigene zeitliche Urscheidung bzw. sein Schöpfungsgericht, und wird so auf die hierbei von Anfang bis Ende entstandene komplette Raumzeit verteilt. Er hat damit all sein personkennzeichnendes Selbstsein auf das zeitliche All ausgebreitet unendlich weit auseinander, zu einem Macht- und Identitätsverlust solange eben die Zeit währt. Dadurch ist er in der Zeit auf Lebenszeit der ohnmächtig Geschlachtete von Grundlegung der Welt an, bis an das durch ihn selbst in Überzeitlichkeit gesetzte Zeitende.

 
 
   
 
 
 
 

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